Jeanne Mammen:
Bild "Auf Hocker sitzender weiblicher Akt, Arme hinter dem Kopf verschränkt" (um 1939) (Unikat)

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Jeanne Mammen:
Bild "Auf Hocker sitzender weiblicher Akt, Arme hinter dem Kopf verschränkt" (um 1939) (Unikat)

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Unikat | monogrammiert | Bleistift auf Papier | gerahmt | Format 78 x 55,5 cm

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Jeanne Mammen: Bild "Auf Hocker sitzender weiblicher Akt, Arme hinter dem Kopf verschränkt" (um 1939) (Unikat)

Die großformatige Bleistiftzeichnung der Berliner Künstlerin Jeanne Mammen enstand zwischen 1939 und 1945. Mammen porträtiert eine nackte Frau auf einem Hocker sitzend. Die Dame hat die Arme hinter dem Kopf verschränkt und dreht ihren Kopf zur Seite, sodass der Betrachter das Profil der Figur wahrnimmt, ihr Kopf ist leicht geneigt. Mit scharfem Blick fängt die Künstlerin die gekonnt laszive Pose des Modells ein. Sie formuliert so eine visuelle Ode an die Weiblichkeit.

Das lange relativ unbekannte OEuvre von Jeanne Mammen erfährt jüngst eine Würdigung, 2017 widmete ihr die Berlinische Galerie eine umfangreiche Retrospektive.

Bleistift auf Papier, um 1939. Monogrammiert. Motivgröße/Blattformat 61,5 x 41,5 cm. Format im Rahmen 78 x 55,5 cm wie Abbildung.

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Jeanne Mammen kann ohne Zweifel zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts betrachtet werden. Aufgewachsen in Paris studierte Mammen an der Académie Julian, in Brüssel an der Académie Royale des Beaux Arts und an der Accademia di Belle Arti in Rom. Mit ausbruch des ersten Weltkrieges muss die Familie ins Exil. Jeanne Mammen findet sich in Berlin wieder, wo sie sich als Künstlerin neu etablieren muss.
Schnell macht sie sich mit der Gestaltung von Modemagazinen und später den „Simplicissimus“, den „Ulk“ sowie als Mitarbeiterin für die Kunst- und Literaturzeitschrift „Jugend“ einen Namen. 1930 werden ihre Arbeiten in der renommierten Berliner Galerie Gurlitt in einer Einzelausstellung präsentiert. Für ihr künstlerisches Werk wird Berlin zur unerschöpflichen Quelle. Das Nachtleben, den Glamour und die Randfiguren der Metropole bannt sie mit kraftvollen Zeichnungen und Aquarellen auf Papier. Als scharfsichtige Beobachterin des Großstadtlebens der „Goldenen Zwanziger“ steht Mammen gleichbedeutend neben Otto Dix, Christian Schad oder George Grosz. Doch als Künstlerin der neuen Sachlichkeit kann sie nicht gelten. Mammen entzieht sich einer kategorischen Zuordnung, sie schafft es, ihren eigenen Stil zu etablieren.

"Ihre Figuren fassen sich sauber an", schrieb ihr Kurt Tucholsky: "Sie sind anmutig und herb dabei, und sie springen mit Haut und Haaren aus dem Papier."

Der Nationalsozialismus und zweite Weltkrieg werden für die Künstlerin eine Zeit der inneren Emigration. Belegt mit Ausstellungsverboten zieht sie sich in ihr Wohnatelier am Kurfürstendamm 29 zurück. Noch einmal verlässt sie Deutschland, um die Pariser Weltausstellung zu sehen. Hier hinterlässt Pablo Picassos „Guernica“ einen bleibenden Eindruck auf die Künstlerin und sie beginnt, zurück in Berlin heimlich in kubistischer Manier zu malen. Nach 1945 erwacht in Berlin das Kunstschaffen neu und Jeanne Mammen gehört zu den Protagonisten der ersten Stunde. Sie bewegt sich im Umfeld der Galerie Gerd Rosen und trifft auf zahlreiche Künstlerkollegen ihrer Zeit. Ihr Werk wird zunehmend abstrakt und sie stellt wieder aus und arbeitet auch wieder für Zeitschriften, wie die Satirezeitschrift „Ulenspiegel“. Ab den 1950ern erholt sich langsam ihre materielle Situation und Mammen stellt regelmäßig bis in die 1970er Jahre aus, u.a. im Neuen Berliner Kunstverein. Am 22. April 1976 stirbt Jeanne Mammen in Berlin.

Ihre Kunst gerät von da an ein wenig in Vergessenheit, erfährt aber bald eine Renaissance. Zuletzt widmete 2017/18 die Berlinische Galerie dem gezeichneten Werk Jeanne Mammens eine große Retrospektive.

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Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).

Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.

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Sammelbegriff für die Maler und Bildhauer des 20. Jahrhunderts, deren Arbeiten heute zu den anerkannten Werken unserer Zeit gehören, wie Pablo Picasso, Salvador Dalí, Joan Miró, Marc Chagall etc.

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