Ernst Ludwig Kirchner:
Bild "Stehende Frau und nähendes Mädchen" (1920) (Unikat)

Images

Ernst Ludwig Kirchner:
Bild "Stehende Frau und nähendes Mädchen" (1920) (Unikat)

Details

16.500,00 EUR

inkl. MwSt. zzgl. Porto

Product Actions

Add to cart options
Bestell-Nr. IN-889833.R1
Lieferzeit: in ca. 3 Wochen

Kurzinfo

Unikat | gestempelt | bezeichnet | Zeichnung auf Bütten | gerahmt | Format 41 x 37 cm

https://www.kunsthaus-artes.de

Ernst Ludwig Kirchner: Bild "Stehende Frau und nähendes Mädchen" (1920) (Unikat)

Ernst Ludwig Kirchner trug immer ein Skizzenbuch bei sich. Die spontanen Skizzen gelten als Ausdruck seines ausgeprägten Gestaltungsdrangs. Beim Durchstreifen von Landschaften, auf der Straße, im Kino oder im Zirkus, ständig trug er schwarze Wachstuchhefte mit abgerundeten Ecken und Rotschnitt mit sich, in die er scheinbar ununterbrochen das Gesehene mit Bleistift oder Feder skizzierte.
Von 1900/01 bis in sein Todesjahr 1938 boten sie Platz für den ersten Wurf, für den ersten unmittelbaren Eindruck, den etwas oder jemand beim Künstler hinterlassen hatte. Sie führten den Künstler heran an eine wunderbar schwebende Leichtigkeit: "Was habe ich mich geschunden, das zu vollenden auf der Leinwand, was ich ohne Mühe auf der Skizze hingeworfen hatte und was so vollendet und ruhig war, dass es fertig erschien", schrieb Kirchner.

Das vorliegende Blatt stammt aus einem der besagten Wachstuchhefte. Es ist ein gutes Beispiel für die Leichtigkeit und Virtuosität seiner spontanen Zeichenkunst. Mit sicherem Strich skizziert Kirchner schwungvoll zwei Frauengestalten und bleibt dabei so vage, dass bei der Betrachtung Spielraum für Ausmalungen bleibt, gleichzeitig ist seine Schilderung konkret genug, um sich die Szene lebhaft vor Augen zu führen.

Zeichnung auf Büttenpapier, 1920. Rückseitig gestempelt "Nr. 33 aus dem Nachlass von Fräulein Lise Gujer, Davos-Sertig 13.3.1967". Rückseitig von Florian Karsch beschrieben "Stehende Frau und nähendes Mädchen Um 1920". Motivgröße/Blattformat 20,7 x 15,9 cm. Format im Rahmen 41 x 37 cm wie Abbildung.

mehr

1880-1938

Ernst Ludwig Kirchner war Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Brücke" und zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Zu seinem Œuvre zählen rund 30.000 Gemälde, Zeichnungen, Skizzen und Plastiken.

Wird die Angst eines Menschen übergroß und sein Lebensinhalt nicht nur bedroht sondern ihm auch genommen, dann sieht er oft nur noch einen Ausweg: den selbstgewählten Tod. So erging es Ernst Ludwig Kirchner, der seinem Leben am 15. Juni 1938 auf der Alm oberhalb von Davos mit einem Pistolenschuss ein Ende setzte. Vorher jedoch zerstörte er seine Druckstöcke und einen Großteil seiner Skulpturen aus Angst vor dem Einmarsch deutscher Truppen.

In der Schweiz lebte der gebürtige Aschaffenburger - er erblickte am 6. Mai 1880 das Licht der Welt - seit dem 13. Oktober 1918. Schwere Depressionen und Medikamentenmissbrauch veranlassten seine Freunde ihn nach wiederholten Sanatoriumsaufenthalten in Deutschland an den Arzt Ludwig Spengler in Davos zu vermitteln.
Der erste Weltkrieg, für den Kirchner sich „freiwillig unfreiwillig“ meldete, löste erstmals seine Angstzustände aus. Besonderes Zeugnis dieser inneren Befindlichkeit wurde sein „Selbstportrait als Soldat“ von 1915.

Kirchner war ein Maler, der immer seine unmittelbare Umgebung in Öl, im Holzschnitt, in der Radierung und auch in der Skulptur wiedergab. So ist sein Werk durch mehrere Phasen gegliedert: Als Mitbegründer der Künstlervereinigung "Brücke" 1905 vertrat er eine stark buntfarbige und expressive Malerei, deren Thematiken vor allem die sogenannten "Viertelstunden-Akte" sowie Stadtszenen Dresdens und Berlins ausmachen. Mit der "Entdeckung" der Freilichtmalerei gelangten die Akte vom Atelier ins Freie: 1904 an die Moritzburger Seen, ab 1908 nach Fehmarn.
Kirchner wählte dann nach Auflösung der "Brücke" 1913 als neues Motiv die Berliner Straßenszenen, die mit harten Strichen und schwarzem Kontur das Milieu der Kokotten wiedergeben. Die paradiesische Landschaftsmalerei wich damit für eine lange Zeit dem kritischen Blick auf die Randgruppen der Gesellschaft.
Erst in der Schweiz fand er wieder zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Die Schweizer Bilder der 20er Jahre bestechen durch Farbharmonien und fließende Formen.

Neben der Malerei und Grafik widmete sich der in einer Almhütte lebende Künstler auch der Skulptur. Jedoch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die Diffamierung von 639 seiner Werke als „Entartete Kunst“ schürten abermals die Ängste des sensiblen Künstlers und führten ihn in die Katastrophe.

mehr

Sammelbegriff für die Maler und Bildhauer des 20. Jahrhunderts, deren Arbeiten heute zu den anerkannten Werken unserer Zeit gehören, wie Pablo Picasso, Salvador Dalí, Joan Miró, Marc Chagall etc.

mehr

Darstellung von typischen Szenen aus dem täglichen Leben in der Malerei, wobei zwischen bäuerlichem, bürgerlichem und höfischem Genre unterschieden werden kann.

Einen Höhepunkt und starke Verbreitung fand die Gattung in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert trat, besonders in Frankreich, die höfisch-galante Malerei in den Vordergrund, während in Deutschland der bürgerliche Charakter ausgeprägt wurde.

mehr

Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).

Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.

mehr