Lyonel Feininger:
Bild "Badende" (1916) (Unikat)

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Lyonel Feininger:
Bild "Badende" (1916) (Unikat)

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Bestell-Nr. IN-895497.R1

Kurzinfo

Unikat | datiert | signiert | Tuschfederzeichnung auf Velin | gerahmt | Format 34,5 x 39 cm

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Lyonel Feininger: Bild "Badende" (1916) (Unikat)

Die Federzeichnung mit dem Titel "Badende" aus dem Jahr 1916 brilliert durch seine besondere Komposition. Der Künstler zeigt in der für Lyonel Feininger typischen Manier - mit kurzen, schnellen Federstrichen ein Bild von einem heißen Sommertag an der Ostsee. Feininger verbrachte mit seiner Familie ab 1908 die Sommermonate regelmäßig auf der Insel Usedom, so dass es nahe liegt, dass jene Zeichnung auch dort entstanden ist.

Formal scheinen die Figuren, Formen und der Duktus an die Dynamik der Futuristen und die zergliederten und aufgebrochenen Gebilde der Kubisten zu erinnern. Indem der Künstler die Horizontlinie weit oben ansetzt, wird der vordere Bildraum stark vergrößert und bietet so Platz für die Strandszenerie und deren Badegäste. Die 103 Jahre alte Zeichnung befindet sich im besten Zustand und stellt für jeden Feininger-Enthusiasten ein rares Sammlerstuck dar.

Tuschfederzeichnung, 1916. Links unten signiert und datiert sowie bezeichnet: "Sonnabend". Auf dünnem Velin. Die Zeichnung ist unter der Nummer 125-07-29-05 im Feininger Archiv registriert. Motivgröße/Blattformat 15,6 x 20 cm. Format im Rahmen 34,5 x 39 cm wie Abbildung.

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1871-1956

Lyonel Feininger ist bekannt für seine vom Kubismus und von der Kunst Robert Delaunays angeregten Straßen-, Stadt- und Schiffsdarstellungen, die sich aus prismatisch gebrochenen Formen zusammensetzen.

Der Maler und Grafiker wurde 1871 in New York als Sohn deutscher Musiker geboren. Mit 16 Jahren kam er anlässlich einer Konzertreise seiner Eltern erstmals nach Deutschland und blieb dort, um an der Hamburger Kunstgewerbeschule und später an der Königlichen Akademie in Berlin zu studieren. Nach einem Studienaufenthalt in Paris lebte und arbeitete er viele Jahre in Deutschland, wo er der Künstlergruppe "Blauer Reiter" nahestand und seit 1919 als Meister für die grafischen Werkstätten das "Bauhaus" in Weimar, Dessau und Berlin prägte.

Feininger hat, neben Schlemmer, das Ordnungsideal des Bauhauses am deutlichsten verwirklicht. Für ihn ist der Ausgangspunkt nicht die menschliche Figur, sondern die Architektur, der strenge geometrische Aufbau der Formen, den er an den Kirchen der Gotik beobachten konnte. Seine Studien der Architektur deutscher Kleinstädte begründeten seinen lichtdurchfluteten, prismenartigen Stil, der Vorbild für viele werden sollte.

Zuerst widmete sich Feininger deutschen Stadtansichten und Kirchen. In der Zeit des Nationalsozialismus galten Feiningers Werke offiziell als "entartet", was ihn 1937 veranlasste, nach New York zurückzukehren. Hier entstanden seine berühmten Impressionen der Architektur Manhattans und New Yorks.

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Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).

Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.

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1919 von Walter Gropius in Weimar gegründete Hochschule für Bildende Künste und Kunstgewerbe. In dem gleichzeitig veröffentlichten Manifest forderte Gropius die Einheit der bildenden Künste unter der Führung der Baukunst. Ziel der Gestaltung sollte die Klarheit, Sachlichkeit, Zweckmäßigkeit und die Angleichung an die Bedingungen der Technik sein. Mitarbeiter von Walter Gropius waren u.a. Lionel Feininger, Paul Klee, Oskar Schlemmer und Wassily Kandinsky. 1925 siedelte das Bauhaus nach Dessau über, wo 1928 Hannes Meyer und 1930 Mies van der Rohe die Leitung übernahmen. 1933 erfolgte die Schließung durch die Nationalsozialisten.

Wegen der künstlerischen Lehrmethoden und der modernen Gestaltung gingen vom Bauhaus starke Wirkungen aus, die weit über Deutschland hinaus richtungsweisend waren.

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