Ernst Ludwig Kirchner:
Bild "Zirkusszene" (1926) (Unikat)
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Bild "Zirkusszene" (1926) (Unikat)
Ernst Ludwig Kirchner:
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Kurzinfo

Unikat | Aquarell und Bleistift | gerahmt | Format 45,5 x 42 cm

inkl. MwSt. zzgl. Porto

Bestell-Nr. IN-926430.R1

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Bild "Zirkusszene" (1926) (Unikat)
Ernst Ludwig Kirchner: Bild "Zirkusszene" (1926) (Unikat)

Detailbeschreibung

Bild "Zirkusszene" (1926) (Unikat)

Ernst Ludwig Kirchner gilt als eine der prägenden Figuren des Expressionismus. Nachdem der vielseitig begabte Künstler im Ersten Weltkrieg einen psychischen Zusammenbruch erlitten hatte, zog er sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Erna Schilling in die Schweiz nach Davos zurück. Hier entstand die kolorierte Bleistiftskizze "Zirkusszene", eine Figurenstudie direkt aus der Manege.

Dominant tritt im Bildmittelgrund eine Akrobatin im hellblauen Kostüm hervor; eine weitere Person in Braun ist am rechten unteren Bildrand schemenhaft zu erkennen. Geradezu ruppig rahmen Striche in spitzen Winkeln die Szenerie. Verschiedene Bildebenen werden durch stark miteinander kontrastierende Farbflächen definiert: Azurblau tritt auf Ocker, Himmelblau und Tannengrün. Mit minimalem Aufwand gelingt es Kirchner, selbst in einer rudimentären Studie einen starken Ausdruck zu erzeugen.

Szenen aus dem Zirkus und dem Varietétheater waren bei den Expressionisten durchgängig beliebte Sujets. Leicht konnten sich die avantgardistischen Maler mit den gesellschaftlichen Außenseitern jener Berufsgruppen identifizieren. Vor allem aber bot ihnen die Manege mit ihrem Reichtum an lebendigen, farbenfrohen Motiven und kompositorischen Möglichkeiten ein unerschöpfliches Feld des künstlerischen Experimentierens.

Aquarell und Bleistiftzeichnung, 1926. Werkverzeichnis Presler Skb 110. Motivgröße/Blattformat 21,2 x 17 cm. Format im Rahmen 45,5 x 42 cm wie Abbildung.

Porträt des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner

Über Ernst Ludwig Kirchner

1880-1938

Ernst Ludwig Kirchner war Gründungsmitglied der Künstlergruppe "Brücke" und zählt zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus. Zu seinem Œuvre zählen rund 30.000 Gemälde, Zeichnungen, Skizzen und Plastiken.

Wird die Angst eines Menschen übergroß und sein Lebensinhalt nicht nur bedroht sondern ihm auch genommen, dann sieht er oft nur noch einen Ausweg: den selbstgewählten Tod. So erging es Ernst Ludwig Kirchner, der seinem Leben am 15. Juni 1938 auf der Alm oberhalb von Davos mit einem Pistolenschuss ein Ende setzte. Vorher jedoch zerstörte er seine Druckstöcke und einen Großteil seiner Skulpturen aus Angst vor dem Einmarsch deutscher Truppen.

In der Schweiz lebte der gebürtige Aschaffenburger - er erblickte am 6. Mai 1880 das Licht der Welt - seit dem 13. Oktober 1918. Schwere Depressionen und Medikamentenmissbrauch veranlassten seine Freunde ihn nach wiederholten Sanatoriumsaufenthalten in Deutschland an den Arzt Ludwig Spengler in Davos zu vermitteln.

Der erste Weltkrieg, für den Kirchner sich "freiwillig unfreiwillig" meldete, löste erstmals seine Angstzustände aus. Besonderes Zeugnis dieser inneren Befindlichkeit wurde sein "Selbstportrait als Soldat" von 1915.

Kirchner war ein Maler, der immer seine unmittelbare Umgebung in Öl, im Holzschnitt, in der Radierung und auch in der Skulptur wiedergab. So ist sein Werk durch mehrere Phasen gegliedert: Als Mitbegründer der Künstlervereinigung "Brücke" 1905 vertrat er eine stark buntfarbige und expressive Malerei, deren Thematiken vor allem die sogenannten "Viertelstunden-Akte" sowie Stadtszenen Dresdens und Berlins ausmachen. Mit der "Entdeckung" der Freilichtmalerei gelangten die Akte vom Atelier ins Freie: 1904 an die Moritzburger Seen, ab 1908 nach Fehmarn.

Kirchner wählte dann nach Auflösung der "Brücke" 1913 als neues Motiv die Berliner Straßenszenen, die mit harten Strichen und schwarzem Kontur das Milieu der Kokotten wiedergeben. Die paradiesische Landschaftsmalerei wich damit für eine lange Zeit dem kritischen Blick auf die Randgruppen der Gesellschaft.

Erst in der Schweiz fand er wieder zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Die Schweizer Bilder der 20er Jahre bestechen durch Farbharmonien und fließende Formen.

Neben der Malerei und Grafik widmete sich der in einer Almhütte lebende Künstler auch der Skulptur. Jedoch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die Diffamierung von 639 seiner Werke als "Entartete Kunst" schürten abermals die Ängste des sensiblen Künstlers und führten ihn in die Katastrophe.

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