Timm Ulrichs

Man könnte Timm Ulrichs ein Multitalent der Konzeptkunst nennen, er selbst bezeichnet sich als "Totalkünstler": "Für mich bedeutet Totalkunst, alle Medien in Anspruch zu nehmen, in jede Richtung zu denken und die unterschiedlichsten Themen zu berühren."

So gehören Fotografie, Skulptur, Text und Performance ebenso zu seinem Werk wie Kunst am Bau, Video und Installation. Mittelpunkt der Kunst von Timm Ulrichs ist Timm Ulrichs. Dieses Konzept entwickelte er bereits 1961 und führt es seither in seiner über 50-jährigen Karriere radikal und konsequent aus. 1965 stellte er unter dem Titel "Timm Ulrichs, erstes lebendes Kunstwerk" sich selbst in einem Glaskasten aus, es folgten weitere spektakuläre und provokante, aber auch humorvolle und ironische Arbeiten: Er machte sich bei einem Gewitter mit einer Eisenstange zum lebenden Blitzableiter, legte sich nackt in Embryonalstellung stundenlang in einen ausgehöhlten Findling und posierte auf der Art Cologne mit dunkler Brille, Blindenstock und einem Schild mit der Aufschrift "Ich kann keine Kunst mehr sehen!".

Inspiriert von DADA und Duchamp entwickelte sich Ulrichs, Jahrgang 1940, rasch zu einem wahrhaften Kunst-Pionier und fungierte für viele Konzeptkünstler, die nach ihm folgten, als Vorbild und Ideengeber. Der Autodidakt hatte mehrere Professuren an verschiedenen Hochschulen inne, zudem ist er Träger zahlreicher Kunstpreise und war international auf Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, u. a. 1977 auf der Documenta 6.

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