Otto Dix:
Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)
Proportionsansicht
Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)
Otto Dix:
Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)

Kurzinfo

Unikat | signiert | Aquarell über Bleistift | gerahmt | Format 40 x 46 cm

Bestell-Nr. IN-914280.R1
Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)
Otto Dix: Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)

Detailbeschreibung

Bild "Segelboot auf dem Untersee" (1950er Jahre)

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war Otto Dix einer der ersten Kunstprofessoren, die aus ihrem Amt entlassen wurden. Von Dresden zog die Familie Dix nach Süddeutschland und wohnte ab 1936 in Hemmenhofen am Bodensee. Mit dem Umzug ging ein radikaler Wandel in der Wahl der Bildthemen einher: Die Landschaft wird zu seinem unfreiwilligen Hauptmotiv.

Auf die Frage, warum er nach der Vertreibung aus seinem Amt nicht ins Ausland emigrierte, antwortete er: "Ich habe Landschaften gemalt - das war doch Emigration." Er zeichnete und malte die Umgebung des Hegau und die Uferlandschaft des Untersees.

Auf Spaziergängen sammelte er Ideen und Motive, die er dann im Atelier aus der Erinnerung heraus in Aquarelle und Zeichnungen umsetzte. Anhand einer solchen Erinnerung ist auch das hier vorliegende Werk entstanden.

Aquarell über Bleistift, 1950er Jahre. Handsigniert. Werkverzeichnis A 50er J94. Motivgröße/Blattformat 18,5 x 25,5 cm. Format im Rahmen 40 x 46 cm wie Abbildung.

Über Otto Dix

1891-1969

Otto Dix, 1891 in Gera geboren, studierte an der Kunstgewerbeschule in Dresden und diente als Freiwilliger im 1. Weltkrieg. Während dieser Zeit entstanden Gouachen und Zeichnungen, die das Kriegsgeschehen thematisierten. Mit der Rückkehr aus dem Krieg studierte er ein weiteres Mal.

Nach künstlerischen Ausflügen in den Expressionismus, Futurismus und Dadaismus fand Dix seinen eigenen Stil in einem überzogenen Realismus, mit dem er der Gesellschaft den Spiegel vorhielt. Als einer der Hauptprotagonisten der Neuen Sachlichkeit wurde Dix zu einem der bekanntesten deutschen Künstler und einem der Chronisten seiner Zeit. Weltberühmt ist ein "Großstadt-Triptychon" (1927/28), mit dem Dix einen Klassiker der Neuen Sachlichkeit schuf.

1933 verlor Dix, aufgrund der Diffamierung durch die Nationalsozialisten, seine Professur an der Kunstakademie in Dresden, woraufhin es ihn in den Süden Deutschlands zog, wo überwiegend Landschaftsdarstellungen entstanden.

In seinem späten Werk nach 1945 kehrt Dix zurück zur expressionistischen Ausdrucksweise seiner Anfangsjahre und wendet sich von der Lasurmalerei hin zur Alla-Prima-Malerei und den Lithografien.

In seinem grafischen Spätwerk lassen sich Tierbildnisse mit experimenteller Linienführung und Farbgebung finden, die eine Reihe von technisch unterschiedlichen, expressiven Werken mit demselben Motiv zeigen - Katze und Hahn. Ab 1949 beginnt er den Hahn als eines seiner Sujets zu entdecken, welches in den Folgejahren immer wieder in seinen Werken auftaucht, wie in den Bleistiftzeichnungen auf Aquarellbütten "Bodensee, Landschaft mit Hahn" von 1954 und "Hahn vor Sonnenaufgang" von 1950-1955 sowie "Petrus und der Hahn", eine Farblithografie von 1958.

Sein ambivalenter wie engagierter Realismus hat bis heute nicht an Brisanz verloren. "Ich bin bemüht, in meinen Bildern zur Sinngebung unserer Zeit zu gelangen, denn ich glaube, ein Bild muss vor allem einen Inhalt, ein Thema ansprechen. Malen ist ein Versuch, Ordnung zu schaffen, Kunst ist für mich Bannung."

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