Bild "Badende" (1917) (Unikat)
Bild "Badende" (1917) (Unikat)
Kurzinfo
Unikat | signiert | datiert | Aquarell über Tusche auf Japanpapier | gerahmt | Format 67 x 51 cm
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Detailbeschreibung
Bild "Badende" (1917) (Unikat)
Mit dem Werk "Badende" aus dem Jahr 1917 zeigt Max Pechstein ein zentrales Motiv seines expressionistischen Schaffens: die enge Verbindung von Mensch und Natur. Die Darstellung badender Figuren zählt zu den wiederkehrenden Themen des Künstlers und verkörpert jene ursprüngliche, unverfälschte Lebenswelt, nach der viele Künstler des Expressionismus suchten.
Pechstein, einer der bedeutendsten Vertreter der Künstlergruppe "Brücke", entwickelte eine Bildsprache von großer emotionaler Intensität. Charakteristisch sind die vereinfachten Formen, die expressive Linienführung und die unmittelbare Wirkung der Komposition. In „Badende“ verdichtet sich diese Ausdruckskraft zu einer Szene voller Ruhe und Ursprünglichkeit, zugleich aber auch voller innerer Spannung. Die Figuren erscheinen nicht als individuelle Porträts, sondern als Sinnbilder eines freien, naturverbundenen Lebensgefühls.
Gerade um 1917 gewann das Motiv der Badenden für Pechstein eine besondere Bedeutung. Inmitten der Erfahrungen des Ersten Weltkriegs entstand bei vielen expressionistischen Künstlern die Sehnsucht nach Rückzug, Einfachheit und Harmonie mit der Natur. Pechstein fand diese Inspiration vor allem an der Ostsee und in seinen Reisen zu ursprünglich empfundenen Landschaften. Seine Werke aus dieser Zeit verbinden kraftvolle Ausdrucksformen mit einer fast meditativen Atmosphäre.
Das vorliegende Unikat verdeutlicht eindrucksvoll Pechsteins außergewöhnliches Gespür für Komposition und Rhythmus. Die reduzierte Formensprache und die dynamische Wirkung der Figuren verleihen dem Werk eine zeitlose Modernität. Gleichzeitig spiegelt "Badende" jene zentrale Idee des deutschen Expressionismus wider: Kunst nicht als bloße Abbildung der Wirklichkeit zu verstehen, sondern als unmittelbaren Ausdruck von Empfindung, Freiheit und innerem Erleben.
Aquarell über Tusche auf Japanpapier, 1917. Signiert und datiert. Expertise von Galerie Bayer, Bietigheim-Bissingen, von 2015 vorhanden. Motivgröße 41 x 28 cm. Blattformat 51 x 32,5 cm. Format im Rahmen 67 x 51 cm wie Abbildung.
Hersteller: ARTES Kunsthandelsgesellschaft mbH, Bödekerstraße 13, 30161 Hannover, Deutschland, E-Mail: [email protected]
Über Max Pechstein
1881-1955
Max Pechstein gilt heute wie damals als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Er stieß im Frühling 1906 zu der im Vorjahr von Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Bleyl gegründeten Künstlergruppe "Die Brücke". Im Bereich der Grafik entstand neben der Malerei ein Werk mit über 850 Holzschnitten, Lithografien und Radierungen.
Was für Paul Gauguin Tahiti, das war für Max Pechstein die Ostseeküste: Ein Paradies, in dem er zur Ruhe, vor allem aber zu großer Inspiration fand. Seit 1909 reiste er mehrmals nach Nidden an der Kurischen Nehrung, wo mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor schon Lovis Corinth als junger Kunststudent gearbeitet hatte. Als die Versailler Verträge die Kurische Nehrung jedoch 1920 unter alliierte Verwaltung stellten, war der Weg dorthin versperrt. Pechstein musste sich eigenen Worten zufolge "erneut auf die Suche nach einem Fleck Erde begeben, der nicht von Malern, Touristen und Badegästen überlaufen war". Er fand ihn in Leba, wo er von nun an in großer Regelmäßigkeit seine Sommer verbrachte.
"Über zwanzig Jahre lang fuhr Max Pechstein jeden Sommer an die Ostseeküste, erst an die Kurische Nehrung, dann nach Pommern, was ihn natürlich eng mit unserem Haus verbindet. Als er sich hier 1921 - noch mit seiner ersten Frau - einmietete, ahnte er nicht, wie verbunden er sich dem kleinen Hafenstädtchen Leba bald fühlen sollte, denn er verliebte sich in Marta Möller, die Tochter seines Gastwirtes. Die Pfeife im Mundwinkel, braun gebrannt und den Anker tätowiert, begleiteten den passionierten Angler Pechstein die ursprüngliche Natur mit ihren Strandseen und die Fischkutter im Hafen bis an sein Lebensende, selbst dann, als er und seine Frau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nach Pommern fahren konnten." (Dr. Birte Frenssen, Stellvertretende Direktorin am Pommerschen Landesmuseum Greifswald)
Malerei mit lasierenden Wasserfarben, die sich durch ihre Transparenz auszeichnen und tieferliegende Schichten sowie Malgrund durchschimmern lassen.
Oftmals wird der Grund ausgelassen. Dies trägt wesentlich zur Wirkung des Werkes bei. Die Aquarellmalerei erfordert einen gekonnten Umgang mit der Farbe, da diese schnell trocknet und Korrekturen kaum möglich sind.
Ein Unikat oder ein Original ist ein Kunstwerk, das vom Künstler persönlich geschaffen wurde. Es existiert nur einmal aufgrund der Art der Herstellung (Ölgemälde, Aquarell, Zeichnung, Skulptur aus verlorener Form etc.).
Neben den klassischen Unikaten existieren auch die sogenannten "seriellen Unikate". Sie werden je Serie mit gleichem Motiv und in gleicher Farbe und Technik von der Hand des Künstlers ausgeführt. Die seriellen Unikate haben ihre Wurzeln in der "seriellen Kunst“, einer Gattung der modernen Kunst, die durch Reihen, Wiederholungen und Variationen desselben Gegenstandes, Themas bzw. durch ein System von konstanten und variablen Elementen oder Prinzipien eine ästhetische Wirkung erzeugen will.
Als historischer Ausgangspunkt gilt das Werk "Les Meules“ von Claude Monet (1890/1891), in denen zum ersten Mal eine über die bloße Werkgruppe herausgehende Serie geschaffen wurde. Künstler, die serielle Kunst geschaffen haben, sind u. a. Claude Monet, Piet Mondrian und vor allem Gerhard Richter.