Hermann Nitsch

*1938

Er ist der letzte Wiener Aktionist - der Marquise de Sade der Kunst. Hermann Nitschs Faszination für Blut und Eingeweide ist seit 1957 ungebrochen. Mit seinem "Orgien-Mysterien-Theater", zu dem Anfang der 1960er Jahre die Idee entstand, sorgt der Künstler bis heute für zwiegespaltene Meinungen. Seit 1977 findet das Gesamtkunstwerk, welches Malerei, Musik, Architektur, Opferrituale und religiöse Aspekte miteinander verschmelzen lässt, auf dem vom Künstler erworbenen Schloss Prinzendorf, in Österreich statt.

Nitsch fordert den Betrachter zur Reflexion auf, indem er sich an einem Übermaß von Ekel bedient. Wer die Szenerie auf sich wirken lässt und reflektiert mit ihr umgeht, kann sie auf das menschliche Sein und Handeln übertragen, womit der vermeintlich anstößige Inhalt revidiert wird.

In seinem späteren malerischen Werk setzt sich der mittlerweile mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnete Künstler mit dem Symbolgehalt der Farben auseinander.

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