Lithografie

Die Lithografie (griechischer Ursprung: lithos "Stein" und graphein "schreiben") hat nicht nur die künstlerischen Druckverfahren revolutioniert, sondern auch im 19. Jahrhundert das Erscheinungsbild unserer Städte nachhaltig verändert. Werbeplakate und bunte Litfaßsäulen prägten ihre Botschaften nun dem schlendernden Flaneur und dem geschäftigen Passanten ins Bewusstsein.

Die Lithografie entwickelte sich zu einer bei Künstlern bis heute beliebten Technik. Unter anderem sind Marc Chagall, Edvard Munch, Emil Nolde und Pablo Picasso bekannt für ihre Lithografien.

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Lithografie

Die Lithografie ist das erste Flachdruckverfahren. 

Wurde vorher bei Tiefdrucken vom Druckstock das entfernt, was später auf dem Papier nicht sichtbar sein sollte, zeichnet nun der Künstler seine Motive mit fetthaltiger Tusche seitenverkehrt auf eine feinporige Steinplatte. Die freien Stellen der Platte werden fettabstoßend gemacht. Letztlich bleibt die Zeichnung als Fettgrund in der Steinplatte zurück. Die restlichen Partien der Platte nehmen keine Farbe an. Nun wird eine Druckfarbe aufgebracht. Für jede weitere Farbe am Motiv braucht man einen neuen Stein. 

Der Druckstein kann abgeschliffen und wiederverwendet werden und ermöglicht eine hohe Auflagenzahl. Ein massenhaftes und preisgünstiges Druckverfahren war geboren. Die Grenzen zwischen Werbung und Kunst begannen zu verschwimmen. Am sichtbarsten wurde das bei der Arbeit des Malers Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901). Mit wenigen Farbsteinen in gelb, rot und blau für große Formate schaffte er die Voraussetzung für die notwendige Signalwirkung von Werbung und produzierte auch selbst Plakate. 

Neben Toulouse-Lautrec sind auch Francisco de Goya, Honoré Daumier, Edvard Munch, Paul Cézanne, Emil Nolde und Pablo Picasso bekannt für ihre Lithografien.

Errmöglicht hat das alles Alois Senefelder, dessen Erfindungen 1799 in Offenbach die erste kommerzielle Nutzung der Lithografie gestattete.